Nahwärmenetz Berschweiler

Nahwärmenetz Berschweiler

Die Kommunale Dienste Marpingen GmbH und die Gemeinde Marpingen planen den Aufbau eines klimafreundlichen Nahwärmenetzes im Ortsteil Berschweiler. Ziel ist eine sichere, kostengünstige und zukunftsfähige Wärmeversorgung auf Basis
erneuerbarer Energien.

Im Fokus steht dabei die Nutzung von Wärme aus Abwasser sowie weiteren erneuerbaren Quellen. So soll Schritt für Schritt die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert und ein Beitrag zum Klimaschutz vor Ort geleistet werden.

Projekt auf einen Blick

  • Ort: Berschweiler (Gemeinde Marpingen)
  • Gebäude: ca. 475 Gebäude im Ortsteil
  • Wärmebedarf: rund 14 GWh pro Jahr
  • Ziel: Aufbau eines nachhaltigen Nahwärmenetzes
  • Schwerpunkt: Nutzung von Abwasserwärme und weiteren erneuerbaren Quellen
  • Ankerkunden: u.a. Dorfgemeinschaftshaus und Schullandheim

Die kommunale Wärmeplanung legt einen besonderen Schwerpunkt auf Berschweiler. Geprüft wird, ob eine flächendeckende Versorgung über ein Nahwärmenetz technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist.

Wie geht es weiter?

Die laufenden Untersuchungen zur technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit werden weiter konkretisiert. Auf dieser Basis wird entschieden, wie das Nahwärmenetz in Berschweiler konkret ausgestaltet und umgesetzt werden kann.

Im 1. Quartal 2026 ist eine Informationsveranstaltung geplant. Dort werden die Projektergebnisse, die technischen Konzepte und die nächsten Schritte ausführlich vorgestellt. Die Einladung erfolgt rechtzeitig durch die Kommunale Dienste Marpingen GmbH.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und Fragen zu stellen.

Nach einem positivem Entscheid zur Umsetzung werden die weitere Planung und die Projektergebnisse vorgestellt.

Interesse geweckt

Zur Umsetzung einer klimaneutralen und zukunftssicheren Wärmeversorgung in Berschweiler benötigen wir Ihre Unterstützung.

Über unser Formular können Sie ganz unkompliziert und unverbindlich Ihr Interesse an Nahwärmenetz für Berschweiler bekunden.

Motivation & Zielsetzung

  • Kein Gasnetz: Berschweiler ist nicht an ein Gasnetz angeschlossen – ein Nahwärmenetz ist eine echte Alternative.
  • Klimafreundliche Wärme: Erneuerbare Quellen wie Abwasser, Geothermie und Solarenergie reduzieren CO₂-Emissionen.
  • Ablösung fossiler Energieträger: Schrittweise Unabhängigkeit von Öl- und anderen fossilen Heizsystemen.
  • Versorgungssicherheit: Lokale Wärmequellen machen unabhängiger von weltweiten Energiemärkten.
  • Kostenstabilität: Planbare Wärmepreise statt stark schwankender Brennstoffkosten.
  • Vorbildcharakter: Innovatives Projekt mit Signalwirkung für die gesamte Region.

Vorteile für die Bürger

Wirtschaftlich

  • Wärmekosten voraussichtlich konkurrenzfähig gegenüber anderen Energieträgern
  • Perspektivisch niedrigere Kosten als bei fossilen Energieträgern wie Heizöl
  • Geringere eigene Investitionen in neue Heiztechnik, da zentrale Infrastruktur bereitgestellt wird

Komfortabel & zukunftssicher

  • Keine eigene Brennstoffbeschaffung mehr
  • Weniger Aufwand für Wartung und Betrieb der Heizanlage
  • Klimafreundliche Wärmeversorgung – wichtiger Beitrag zum lokalen Klimaschutz
  • Stärkung der regionalen Energieunabhängigkeit

Was ist ein Nahwärmenetz?

Nahwärmesysteme sind lokale Energieversorgungssysteme, die thermische Energie in Form von heißem oder temperiertem Wasser über ein Rohrleitungsnetz an mehrere Verbraucher innerhalb eines räumlich begrenzten Gebiets liefern. Im Gegensatz zu Fernwärmenetzen, die häufig in städtischen Gebieten mit hoher Anschlussdichte eingesetzt werden, zeichnen sich Nahwärmenetze durch eine geringere Ausdehnung und eine dezentrale Struktur aus. Die Wärme kann aus unterschiedlichen Quellen stammen, darunter Abwasser, Biomasse, Solarthermie, Geothermie oder industrielle Abwärme. Nahwärmesysteme dienen als wesentlicher Baustein der kommunalen Wärmewende, da sie den Einsatz erneuerbarer Energien auf lokaler Ebene ermöglichen und eine hohe Energieeffizienz bei geringen Verteilverlusten bieten.

Warmes Wärmenetz

Beim warmen Nahwärmenetz wird die Wärme zentral erzeugt und mit Temperaturen von etwa 60–90 °C in die Gebäude geliefert.

  • Gut geeignet für energetisch unsanierte Gebäude mit Heizkörpern
  • Zentrale Wärmeerzeugung (z. B. über Wärmepumpe, BHKW oder Biomasse)
  • Direkte Nutzung der gelieferten Wärme in den Heizsystemen

Kaltes Wärmenetz

Beim kalten Nahwärmenetz zirkuliert Wasser mit deutlich geringeren Temperaturen (ca. 8–20 °C) im Netz. In jedem Gebäude sorgt eine Wärmepumpe für die Anhebung auf die benötigte Heiztemperatur.

  • Sehr effizient und zukunftsfähig.
  • Effizienter als ein warmes Netz, da es geringere Wärmeverlust aufweist und damit perspektivisch zu niedrigen Wärmepreisen führen kann
  • Gut geeignet für Neubauten, sanierte oder teilsanierte Gebäude sowie Bestandsgebäude
  • Kann auch zur (passiven) Kühlung genutzt werden

Wärmequelle Abwasser & ergänzende Energiequellen

Für Berschweiler wurde ein besonderes Potenzial der Abwasserwärme ermittelt. Abwasser weist auch im Winter relativ stabile Temperaturen auf und eignet sich dadurch hervorragend als erneuerbare Wärmequelle.

Über Wärmetauscher im Abwassersammler wird die im Abwasser enthaltene Wärme entzogen und über Wärmepumpen auf das benötigte Temperaturniveau angehoben. So kann ein großer Teil des lokalen Wärmebedarfs klimafreundlich gedeckt werden.

Ergänzende Wärmequellen

  • Geothermie (Erdwärme): Nutzung oberflächennaher Erdwärme über Erdsonden oder Flächenkollektoren.
  • PVT-Module: Kombination aus Photovoltaik (Strom) und Solarthermie (Wärme) auf Dach- oder Freiflächen.
  • Biomasse / Blockheizkraftwerke (BHKW): Ergänzende erneuerbare Wärmebereitstellung und ggf. Kraft-Wärme-Kopplung.

Durch die Kombination dieser Quellen kann eine stabile, lokal verankerte und erneuerbare Wärmeerzeugung aufgebaut werden.

Empfehlungen aus der Voruntersuchung

Im Rahmen der Potenzialanalyse und Messungen am Abwassersystem hat sich gezeigt, dass die Nutzung von Abwasserwärme technisch gut umsetzbar ist und ein nennenswertes Wärmepotenzial bietet.

Aus technischer Sicht wird die Umsetzung eines kalten Nahwärmenetzes empfohlen, das Abwasserwärme mit weiteren Energiequellen kombiniert. Dieses Konzept ist effizient, flexibel und besonders zukunftsfähig.

  • Innovative Technik im Bestand
  • Kombination mehrerer erneuerbarer Energiequellen
  • Klimaneutrale Versorgung langfristig möglich
  • Wirtschaftlichkeit laut Voruntersuchung gegeben

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